Mit gutem Gewissen genießen: Rohkost vom Feinsten

Magazin Ausgabe: Juli/August 2013

Ernährung könnte im weitesten Sinne der Energiewirtschaft zugerechnet werden, denn hier wie dort wird mit ‚Brennstoff‘ gehandelt. Und weil in beiden Fällen auch riesige Geldmengen eine Rolle spielen, greifen hier wie dort auch ähnliche Marktmechanismen. Wie sehr Saatgut- und Lebensmittelkonzerne mit ihrer Lobbyarbeit und Medienpräsenz die öffentliche Meinung beeinflussen lässt sich nur ahnen. Beim Lesen des ‚Kochbuchs‘ von Urs und Rita Hoch-strasser dämmert einem allerdings nach und nach das Ausmaß, mit dem wir in Fragen der Ernährung beeinflusst und manipuliert sind. Urs Hochstrasser ist gelernter Koch mit fundierter Erfahrung in hervorragenden Küchen. Er hat ein Studium der Verhaltenspsychologie an der Columbia University N. Y., den Doktortitel der ‚Alternative Medicine‘ an der Open University of India und Sri Lanka und bringt in seiner Ansicht über Ernährung auch die Erfahrungen im ‚Pferdeflüstern‘ mit ein, das er bei Monti Roberts und Indianern lernen konnte.

In ‚Rohkost vom Feinsten‘ hat Hochstrasser die ganze Bandbreite seiner Kenntnisse eingearbeitet. Seine Erläuterungen im Begleitbuch ‚Leitfaden mit Wissenswertem‘ zum Thema Rohkost sind für ‚Nichteingeweihte‘ revolutionär, wobei positiv auffällt, dass Hochstrasser bei aller Radikalität nie missionarisch wird. Leicht und verständlich erklärt er die Zusammenhänge vom Säure-Basenhaushalt bis hin zur Bedeutung eines anaeroben - oder aeroben Darmmilieus.

Mit gleicher Sorgfalt listet Hochstrasser im Rezeptbuch die ernährungsrelevanten Inhaltsstoffe auf und zeigt, wie Rohkosternährung ohne Mangelerscheinungen funktioniert.

Dass Rohkost nicht ‚roh‘ sein muss, dafür liefert das Rezeptbuch auf über 200 Seiten zahlreiche Belege. Angefangen von den, auch bei vielen ‚konventionellen Essern‘, beliebten Smoothies, über Pasten und Aufstriche, Salate, Haupt- und Gemüsegerichte ja sogar Fest-Menüs, bietet das Buch viele Anregungen. Dabei sind die Rezepte derart einfach nachzuvollziehen, dass die größte Schwierigkeit bereits darin liegt, zu akzeptieren, dass gesundes und genussvolles Essen so einfach sein kann. Nach anfänglichem Zögern und einigen erfolgreichen Versuchen, auch unter Einbeziehung unvorbereiteter Gäste, zeigt sich, wie anders Ernährung sein kann.

Nach kurzer Praxis lassen sich zwei Aspekte festhalten. Zum Einen ist das Gefühl, dass Nahrung wirklich Energie liefern kann, man sich also nach dem Essen nicht mehr träge fühlt, sondern wirklich wie ‚aufgeladen‘, und zum Andern eine deutliche Zunahme der Geschmacksintensität.

Ein empfehlenswertes Buch für alle, die wissen: ‚Man ist, was man isst‘ und die auch beim Essen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Weitere Informationen unter: www.urshochstrasser.ch