MUNDOlogia-Festival: Die Welt mit anderen Augen sehen

Magazin Ausgabe: November / Dezember / Januar 2014 / 2015

Vom 6. bis 8. Februar 2015 findet im Konzerthaus Freiburg zum 12. Mal die MUNDOlogia statt – Europas größtes Festival für Fotografie, Abenteuer und Reisen. Renommierte Journalisten und Fotografen zeigen Reportagen, die sich diesmal durch besonders vielschichtige Themen auszeichnen und neue Sichtweisen eröffnen.

Jeder Mensch hat einen anderen Blick auf die Welt. Persönlichkeit, Sprache und Kultur, Erfahrungen, Erziehung und Bildung prägen unsere Wahrnehmung. Das macht es auch so spannend, die Welt einmal aus der Sicht anderer zu sehen: Wie nimmt ein Kriegsfotograf sie war? Und wie ein Islamwissenschaftler? Was sieht ein Naturfotograf im undurchdringlichen Dickicht der Regenwälder? Wie verändert sich der Blick auf die Erde, wenn man 25.000 Kilometer über sie gewandert ist oder 5 Jahre lang mit einem Katamaran die Ozeane bereist hat? Für alle, die gelegentlich das Fernweh mit aller Macht packt, bietet das 12. MUNDOlogia-Festival wie gewohnt fabelhafte Inspirationen, tolle Reisereportagen und Länderportraits. Doch es geht weit darüber hinaus. Unter dem Motto „Die Welt mit anderen Augen sehen“ präsentieren die Veranstalter Tobias Hauser und David Hettich dem Publikum viele ungewöhnliche Perspektiven, welche die eigene Sichtweise erweitern und bereichern können.

Haben Sie mal in den Krater eines Vulkans geblickt, der gerade giftige Gasblasen in die Luft schleudert und Lava spuckt? Grenz-erfahrungen dieser Art sind das Lebenselixier des Biologen Carsten Peter. Seine Bilder sind Meisterwerke, mit denen er die unglaublichen Dimensionen und Gewalten der Natur dokumentiert. Er ist der mutigste aller National Geographic Fotografen und wird mit seinem Vortrag „Erde Extrem“ am Freitagabend die 12. MUNDOlogia eröffnen.

Spektakuläre Landschaften, faszinierende Mythen und ein unbändiger Freiheitsdrang: Am Samstag ist Fotograf Gereon Roemer dem schottischen Lebensgefühl auf der Spur. In seiner Reportage „ Schottland – Ruf der Freiheit“ sind brillante Aufnahmen zu sehen, in denen der besondere Reiz des Landes meisterhaft zum Ausdruck kommt. In der anschließenden Dokumentation stehen die Tibeter im Mittelpunkt. Filmemacherin Maria Blumencron hat den Konflikt zwischen Tibetern und der chinesischen Führung hautnah erlebt. In „Good Bye Tibet“ erzählt sie die Geschichte rund um einen 6000 Meter hohen Grenzpass zwischen Tibet und Nepal, der für Tausende von tibetischen Flüchtlingen, darunter viele Kinder, die Pforte in die Freiheit, für manche aber die Schwelle zum Tod ist. Am Abend nimmt Journalist Dirk Rohrbach das Publikum mit auf eine rasante Radreise quer durch Amerika, vom Atlantik bis zum Pazifik. „USA – Highway Junkie“ ist eine sehr persönliche Hommage an das Leben unterwegs, die Lust macht, sofort die Taschen zu packen und selbst nach dem Ungewissen zu suchen.

Außerdem sind am Samstag zwei sehr unterschiedliche Weltreise-Reportagen zu sehen: Der Österreicher Gregor Sieböck erzählt aus seinem Leben als Weltenwanderer und Pilger. Seit 2003 hat er in Europa, Nord- und Südamerika, Japan, Neuseeland und vielen weiteren Ländern über 25.000 Kilometer Wandererfahrung gesammelt. Mario Goldstein hingegen reiste mit dem Wind und einem Katamaran um die Welt und erzählt in „5 Jahre 5 Meere“ seine abenteuerreiche Aussteigergeschichte. Abenteuerlich sind auch die Expeditionen von Kurt Albert gewesen. Der Begründer des Rotpunkt-Kletterns starb 2010 viel zu früh nach einem tragischen Kletterunfall. Sein langjähriger Freund und Expeditionspartner Holger Heuber erzählt in „Berglegenden“ mitreißende Geschichten aus dem Leben von Kurt Albert und anderen Alpinisten, was einer Zeitreise quer durch die jüngste Vergangenheit des Sport- und Alpinkletterns gleichkommt.


Die Beiträge am Sonntag könnten unterschiedlicher kaum sein: Arabien, Kambodscha, Reiseepisoden mit Willi Weitzel, geheimnisvolle Regenwälder, Namibia und Einblicke in die Arbeit eines Fotojournalisten, der sich vor allem auf Reportagen aus Kriegs- und Krisengebieten sowie politische Ereignisse spezialisiert hat. „Arabien erleben – Die schönsten Seiten des Orients“ ist eine Reportage der beiden Islamwissenschaftler Florian Harms und Lutz Jäkel. Sie sind kreuz und quer durch die arabische Welt gereist und haben dabei in Töpfe und Pfannen, Basare und Kaffeehäuser und in die Seele der Menschen geschaut. Martin Engelmann ist in seinem Kambodscha-Vortrag dem Traum von Angkor auf der Spur und hat auf seinen Reisen die schönsten Regionen des Landes erkundet und viele kulturelle Zeugnisse vergangener Epochen entdeckt. Anschließend sorgt Willi Weitzel, TV-Reporter und Star der Sendung „Willi wills wissen“ für gute Unterhaltung. „Willis wilde Wege“ führen ihn mit seiner 85-jährigen Freundin Frau Klinger nach Äthiopien, mit einem Esel nach Bethlehem, auf den Mount Blanc und ins Paradies. Sein Vortrag ist ein Event für die ganze Familie und macht nicht nur Spaß, sondern auch schlau!

National Geographic Fotograf Dieter Schonlau und seine Frau Sandra Hanke bieten dem Publikum seltene Einsichten in die Wunderwelt Regenwald. Wo das ungeübte Auge nichts als Blätter sieht, enttarnt ihr geschulter Blick überall wildes Leben: bizarre Insekten, Amphibien und Reptilien, wundersame Vögel und scheue Säugetiere. Spektakulären Fotografien und spannende Erlebnisberichte machen diesen Vortrag zu einem unvergesslichen Ereignis und zu einem Highlight des MUNDOlogia-Festivals. Auch Namibia besitzt Regenwald, berühmter sind jedoch die Wüsten des Landes, Namib und Kalahari, sowie der tierreiche Etosha-Nationalpark. Die Biologen und Fotografen Katja und Josef Niedermeier berichten von den Reizen des Landes und zeigen, wie sich Mensch und Natur auch in klimatisch extremen Regionen Lebensräume erobert haben.

Der ausgezeichnete Fotojournalist Christoph Bangert gibt am Sonntagabend zum Abschluss des Festivals aufschlussreiche Einblicke in seine Arbeit. Er fotografiert unter anderem in Afghanistan, Palästina, Libanon, Nigeria, Japan und Darfur. Für die New York Times reiste er in den Irakkrieg, als die meisten anderen Journalisten das Land wegen der großen Lebensgefahr schon verlassen hatten und berichtete vom Alltag der Menschen und den Einsätzen der Soldaten. Christoph Bangerts Arbeit ist geprägt von moralischen und ethischen Fragen, die er auch in seinem Vortrag thematisiert. Im Anschluss daran findet mit ihm und den Veranstaltern des Festivals eine Gesprächsrunde statt, bei der das Publikum kritische Fragen stellen und sich an der Diskussion beteiligen kann.


Das Rahmenprogramm hat ebenfalls einiges zu bieten: Drei außergewöhnliche Fotoausstellungen, darunter spektakuläre Bilder des National Geographic Fotografen Carsten Peter, werden am Festivalwochenende im Konzerthaus zu sehen sein. Daneben präsentiert die große MUNDOlogia-Messe auf drei Stockwerken und 2500 Quadratmetern 70 namhafte Firmen aus den Bereichen Medien, Fotografie, Outdoor und Reisen. Besucher können sich von den Ausstellern umfassend beraten lassen, Produkte vergleichen und Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Das große Workshop- und Seminarprogramm beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit unterschiedlichen fotografischen Themen und lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden.

MUNDOlogia Festival
06.02. – 08.02.2015

Ort: Konzerthaus Freiburg
Informationen zum gesamten Festival-Programm und zum Kartenvorverkauf gibt es unter: www.mundologia.de