25 Jahre Staufener Kulturwoche 2014

Magazin Ausgabe: September / Oktober 2014

Vom 10.- 19. Oktober feiert die Staufener Kulturwoche ihr 25-jähriges Jubiläum. Hervorgegangen aus den Baden-Württembergischen Literaturtagen, die 1989 in Staufen stattfanden, stand dieses Festival der Kleinkunst Jahr für Jahr unter einem anderen Motto und Thema. Kabarettveranstaltungen, Theater- und Tanzaufführungen, Lesungen, Konzerte und Vorträge haben sich jeweils mit diesem Thema beschäftigt – 25 Jahre Witz, Poesie und tiefere Bedeutung. Seit 25 Jahren zeichnet auch Staufens Kulturreferent Germar Seeliger für Programm und Organisation des Kulturfestivals verantwortlich. Im Jubiläumsjahr hat er alte Bekannte und auch neue Künstler ins historische Spiegelzelt eingeladen.

Alles ist möglich, wenn Evi & das Tier mit ihrer Band „The Glanz“ die Bühne erobern. Die furiose Mischung aus Musik, Gesang, Tanz, Humor, Artistik und jeder Art von Sinnlichkeit bringt die Luft schon nach wenigen Minuten zum Flimmern. Swing, Jazz, Chanson, Blues und Rock ’n’ Roll, neckische Moderationen und expressives Bodydrumdancing machen das Konzert zu einem Feuerwerk der Sinneseindrücke. Und getreu dem Motto »Let’s Burlesque!« betreten zu den Liveklängen auch noch schöne Damen in glitzernden Roben die Bühne...

Annette Postel schmeichelt, zetert, tiriliert, girrt und tobt sich in ihrem neuen Programm mit ihrer Vier-Oktaven-Stimme durch die Höhen und Tiefen des Herzens. Und sie zelebriert die Lust am Ausziehen mit virtuoser Musik, skurrilen Geschichten, Witz und herrlich pompösem Outfit. Aus- und Umzugshelfer sind ihr Friseur, ihr plappernder „Schmutzengel“ Paparotto und der Jazzpianist Klaus Webel, der das Temperamentsbündel Postel nur hin und wieder zu zähmen weiß.

Helmut Eisel kann auf seiner Klarinette nicht nur spielen wie kein anderer, er kann darauf sprechen! Inspiriert von Vorbildern wie seinem Freund Giora Feidman, mit dem Eisel seit 1989 regelmäßig auch zusammenarbeitet, schlägt seine Klarinette die wildesten Kapriolen, jauchzt, schimpft, jubiliert und klagt. Am intensivsten spielt er seine kommunikative Ader in Auftritten mit seiner Stammformation, dem Trio Helmut Eisel & JEM. 

In Thommie Bayers neuem Roman sind die „Nachtigallen“ die Hauptfiguren. So heißt die Gesangsgruppe von vier Schulfreunden, die sich nach 20 Jahren am Grab ihrer Lehrerin und Mentorin wiedertreffen und ein langes Wochenende in Venedig verbringen. Die vier wollen endlich herausfinden, was ihre Freundschaft ihnen wirklich wert ist – und was genau sie all die Jahre nicht losgelassen hat. Habbe & Meik begeistern mit diesem fabelhaften Abend durch einen Reigen herrlich grotesker Figuren. Die folgen dem klassischen Komik-Kanon: Einer ist der Trottelige, der andere weiß ein bisschen mehr und gibt damit auch mächtig an. Es geht aber nicht nur ums Groteske und Komische. Was Habbe & Meik so besonders und international auch so erfolgreich macht, ist die Vielzahl an Stimmungen und Situationen, die sie erzeugen können. Zwischen Screwball-Komik, Pantomimen-Charaden und rührender Subtilität zeigen sie uns Figuren aus dem Alltag.

Tina Teubner, begnadete Komikerin und Musikerin mit Kernkompetenz auf dem Gebiet des autoritären Liebesliedes, lebt in Köln als alleinerziehende Ehefrau. Gestählt durch zahllose Ehejahre weiß sie, dass nur eine entschiedene Hand zum Glück führt: Warum soll das, was für die Kinder gut ist, nicht auch für den Mann gut sein? Mit ihrer rasiermesserscharfen Intelligenz, ihrem unwiderstehlichen Humor und ihrer weltumfassenden Herzenswärme tackert sie dem Publikum mit dem aktuellen Programm „MÄNNER BRAUCHEN GRENZEN“ ihre Wahrheiten in Hirn, Herz und Gehörgang.

Uli Masuth hat eine schwarze Seele und produziert schwarze Pointen. Er nutzt nicht nur den Degen Ironie, sondern auch das mächtige Schwert Sarkasmus. Sein Stil ist ziel- und treffsicher, geistvoll und respektlos auf erstaunlich hohem Niveau. Und weil Uli Masuth sich treu bleibt, gilt auch für dieses Programm: politisch aktuell, mit Klavier, aber ohne Gesang!

Der Roman „Der Alchimist“ von Paulo Coelho ist seit Jahren ein Publikumserfolg, ein Kultbuch mit einer Weltauflage von über 50 Millionen. Alexander Finkel ist seit 25 Jahren als Erzähler in Deutschland und dem angrenzenden Ausland unterwegs. Im Stil orientalischer Märchenerzähler bringt er Coelhos Roman erstmalig und mit der exklusiven Erlaubnis des brasilianischen Bestseller-autors auf die Bühne. Unterstützt wird er dabei seit 2013 von dem irakischen Lautenspieler Saef Alkeat, der klassische irakische und arabische Musik am Musikinstitut in Bagdad studierte und seit 10 Jahren in Deutschland lebt.

10.10. – 19.10.2014
Ort: Spiegelzelt
Das komplette Programm und weitere Informationen unter: www.staufen.de