Brothers of Santa Claus - NAVIGATION

Magazin Ausgabe: September / Oktober 2014

Für ihr Debutalbum „Navigation“ haben sich Brothers of Santa Claus aus Freiburg im Breisgau die Zeit genommen, die ein ordentlicher Erstling braucht. Die junge Band verbrachte viele Stunden, Tage und Wochen mit ihrem Produzenten Zeus B. Held im Studio, um an den Songs zu basteln.

Waren die fünf Musiker anfangs noch unplugged und mit Sofa auf der Straße unterwegs, so gesellen sich zum Akustik-Pop von einst nun auch elektronische Klänge. Dennoch ist gerade die minimalistische Gradlinigkeit in ihrem Songwriting das einzigartige Markenzeichen der Band. Ein einfaches Gitarrenlick wird mit einem ebenso schlicht gehaltenen Groove bereichert und mit einer melancholischen und ausdrucksstarken Stimme verfeinert.

Das Album „Navigation“ beginnt mit genau dieser Stimme des Sängers Maximilian Bischofberger. Sanft von der Akustikgitarre begleitet führt sie hin zum einprägsamen Refrain, bevor der pulsierende Groove von Bass und Schlagzeug einsteigt und dem Song den finalen Schliff verleiht. Ähnlich wie „Brother“ funktioniert das luftig-leichte „Österland“, das all denjenigen zur Seite steht, die einen geliebten Menschen gehen lassen mussten. Bei „Dry“ führen Song, Struktur und Dynamik in einem weitgespannten Bogen durch eine emotionale Achterbahn mit souligen Nuancen in den Vocals. Die gefühlvollen akustischen Songs wechseln mit leidenschaftlichen Tracks ab, in denen die E-Gitarre das Klangbild entscheidend bereichert, wie „New Tagivan“, „Not The One Who Knew It“, „Tomcat“, „Too Late“. Mittendrin dann wieder der kurze charmante und akustische Song „Interlude“, aufgenommen im Treppenhaus. „You come home through the snowstorm“ wird dem Hörer bei dem ruhigsten und nachdenklichsten Lied des Albums „Navigation“ ins Ohr geflüstert. Zu Beginn dieses Songs möchte man weinen, so schön präsentiert der Gesang den packenden Text, Gitarren, Bass und Schlagzeug tragen einen durch das Schneegestöber in Richtung Heimat. Abgerundet wird das Album mit dem fulminanten Song „Mac and the Midnight Trash“.

Kurzum: Brothers of Santa Claus nehmen das Genre „Indie“ beim Namen – ihr Album ist rund, und in gewissem Sinne abweichend mit Plan, also vorsätzlich nicht Mainstream. Die Musiker verknüpfen diese unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksweisen so geschickt, dass das Hörerlebnis zum spannenden Genuss wird. Ihre Musik besitzt eine Selbstständigkeit, die sich nie anbiedert, und sie setzt sich dank intensiver Atmosphäre und Melodien in den Köpfen der Zuhörer fest.

Die jüngste Vergangenheit der Brüder vom Weihnachtsmann fing mit dem Gewinn des Nachwuchswettbewerbs „Rampe 2013“ im Jazzhaus Freiburg an. Danach entwickelte sich über eine intensive Arbeitsperiode von mehr als einem Jahr ein Repertoire an Songs, das die Band nach und nach zu ihrem Debutalbum gestaltete.

„Ich nehme an, die Frage nach dem Bandnamen wird uns noch ziemlich lange verfolgen“ stellt Gitarrist Jan Horst fest. „Aber dieser Namensgebung lagen schon einige komplexe Gedankengänge zu Grunde, das zu erklären würde jetzt etwas zu weit führen“.

Gerade zurück aus Berlin, wo die Brothers of Santa Claus ihren ersten Fernsehauftritt bei der ZDF-Kultur Sendung „TV noir“ ( www.tvnoir.de ) hatten, bereiten sich die fünf Musiker auf ihre nächsten Auftritte vor. Dazu gehört auch das „Rock am Bach“ Festival in Kirchzarten, wo sie neben einer Live Performance im Hauptprogramm auch bei Organisation und Durchführung mitwirken. Zwei der Brothers sind in dieser schönen Schwarzwaldgemeinde vor den Toren Freiburgs aufgewachsen.

„Unser Auftritt bei tv-noir war schon eine echte Herausforderung, weil wir da als eingespieltes Quintett jeweils immer nur zu dritt und völlig unplugged vor Publikum und Kameras unsere Songs auf der Bühne vorstellen konnten“. Es hat funktioniert, da gab es eben drei verschiedene BoSC Trios - manchmal mit Bass, zwei Gitarren und Mini Drumset. Genau diese Mischung aus Singer-Songwriter und Bandsound machen die junge Band aus. Wenn man sich die tv-noir Aufzeichnungen ihrer Songs ( auf YouTube oder tvnoir.de ) ansieht, kann man eine Flexibilität und Qualität erkennen, einen authentischen Band-Stil, der auch in seinen einzelnen musikalischen Elementen funktioniert und überzeugt. Besondere Überraschung bei ihrem Stück „Dry“: der cool eingesungene Beatbox Loop! Und als zweite Überraschung beim tv-noir Konzert gibt es noch die Trio Interpretation ihres „People Song“, den man nicht auf der CD findet.

Zum Abschluss unseres Gesprächs sagt uns Jan: „Die Album-Phase war sehr spannend, intensiv und witzig - aber vor allem war sie sehr lang. Deswegen sind wir jetzt natürlich total heiß auf die kommenden Konzerte und die Tour, die von Frankfurt München über Köln, Berlin und Hamburg geht. Das wird genial!“
AS

Brothers of Santa Claus - „Navigation“ Tour
16.12.2014 Stuttgart, 1210
17.12.2014 Freiburg, Jazzhaus


Weitere Informationen und Tourtermine unter: www.brothersofsantaclaus.de