Kaserne Basel - She She Pop "Frühlingsopfer"

Magazin Ausgabe: Juni/Juli/August 2014

Kaum hat sich der Rauch der spektakulären 100 Jahr-Feierlichkeiten zu Igor Strawinskis «Le Sacre du Printemps» verzogen», kommen She She Pop und stochern in der Glut. Gemeinsam mit ihren Müttern bringen die Performerinnen «Frühlingsopfer» auf die Bühne und liefern somit den Gegenentwurf zu «Testament», wo mit den eigenen Vätern der Generationenwechsel verhandelt wurde. Im Mittelpunkt von «Frühlingsopfer» steht die verschwiegen abgründige Frage nach dem weiblichen Opfer in der Familie und in der Gesellschaft. Sich als Frau für die anderen aufzuopfern ist ein Programmpunkt eines heute peinlich veralteten Normenkatalogs. Im Gegensatz zu der Gemeinschaft, die sich bei Strawinsky für das Frühlingsopfer versammelt, besteht bei She She Pop und den Müttern keineswegs fraglose Einigkeit über das Vorgehen, im Gegenteil: Zweifel darüber, wer oder was als Opfergabe wem dargebracht werden soll, und welchen Sinn überhaupt ein Opfer haben könnte, stehen von Anfang an im Raum – ebenso wie der Entschluss, es gemeinsam zu versuchen. She She Pop ist ein Performance-Kollektiv, das Ende der 90er Jahre von Absolventinnen des Giessener Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft gegründet wurde. She She Pop sehen ihre Aufgabe in der Suche nach den gesellschaftlichen Grenzen der Kommunikation – und in deren gezielter und kunstvoller Überschreitung im Schutzraum des Theaters.
«Wer bringt grössere Opfer, Mütter oder ihre Kinder? Die Performerinnen von She She Pop arbeiten in ‹Frühlingsopfer› die Beziehung zu ihren Müttern auf. Ein grosser Theaterabend über alles ausser Schuld und Erziehungsfehler». Spiegel Online, 4.2014

26.06. – 28.06.2014
Ort: Kaserne Basel
Weitere Informationen unter: www.kaserne-basel.ch